{"id":2235,"date":"2023-06-22T22:50:34","date_gmt":"2023-06-22T20:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.geldmeisterin.com\/index.php\/2023\/06\/22\/aufreger-der-woche-indien-statt-china\/"},"modified":"2023-06-22T22:50:34","modified_gmt":"2023-06-22T20:50:34","slug":"aufreger-der-woche-indien-statt-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geldmeisterin.com\/index.php\/2023\/06\/22\/aufreger-der-woche-indien-statt-china\/","title":{"rendered":"Aufreger der Woche: Indien statt China"},"content":{"rendered":"<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-2235-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/anchor.fm\/s\/5b1173c0\/podcast\/play\/72494859\/https%3A%2F%2Fd3ctxlq1ktw2nl.cloudfront.net%2Fstaging%2F2023-5-22%2F336397878-44100-2-4d45b910db43.m4a?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/anchor.fm\/s\/5b1173c0\/podcast\/play\/72494859\/https%3A%2F%2Fd3ctxlq1ktw2nl.cloudfront.net%2Fstaging%2F2023-5-22%2F336397878-44100-2-4d45b910db43.m4a\">https:\/\/anchor.fm\/s\/5b1173c0\/podcast\/play\/72494859\/https%3A%2F%2Fd3ctxlq1ktw2nl.cloudfront.net%2Fstaging%2F2023-5-22%2F336397878-44100-2-4d45b910db43.m4a<\/a><\/audio>\n<p>Da muss man sich schon die Augen reiben, wenn US-Pr\u00e4sident Joe Biden den indischen Pr\u00e4sidenten Narendra Modi zum Dinner einl\u00e4dt. Zum einen, weil er in seiner Amtszeit bisher nur f\u00fcr den franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten Emmanuel Macron und den s\u00fcdkoreanischen Staatschef aufkochte. Zum anderen, weil Narendra Modi vor noch nicht allzu langer Zeit in den USA so wie in Europa als persona non grata gesehen und ihm sogar die Einreise verwehrt wurde. Der einstige Teeverk\u00e4ufer und Hindu Narendra Modri wird f\u00fcr das schreckliche Massaker 2002 an Muslimen im indischen Bundesstaat Gujarat verantwortlich gemacht. <\/p>\n<p>Schwamm dr\u00fcber, die Wirtschaft liebt den erfolgreichen Gesch\u00e4ftsmann eben. Apple hat seine iPhone-Produktione in Indien verdreifacht, um sich unabh\u00e4ngiger vom Produktionsstandort China zu machen, dem man politisch nicht traut. Davon abgesehen m\u00f6chte die USA China nat\u00fcrlich nicht zur Weltmacht Nr 1 aufsteigen lassen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union und ihre Unternehmen ist Indien ein strategisch wichtiger Partner, politisch im B\u00fcndnis gegen Russland, wie wirtschaftlich. Umgekehrt ist die EU f\u00fcr Indien drittwichtigster Handelspartner.<\/p>\n<p>Die Wirtschaft betrachtet das aufstrebende Indien als das neue China. Obendrein ist Indien geographisch spannend. Laut UN-Prognosen wird Chinas Bev\u00f6lkerung bis 2100 auf 770 Millionen Einwohner schrumpfen. Bis dahin soll es doppelt so viel Inder geben.<\/p>\n<p>Also nichts wie in Indien investieren? Das hat schon in den letzten 22 Jahren nicht gut geklappt. Fragt mal Jim O\u00b4Neill, den ehemaligen Chefvolkswirt und Marketing-Genie von Goldman Sachs, der die Abk\u00fcrzung BRIC f\u00fcr die vier investierbaren, stark wachsenden Schwellenstaaten ins Leben gerufen hat, von denen Indien entt\u00e4uschte. Daf\u00fcr k\u00f6nnte es ja jetzt mit Gesch\u00e4ftsmann Modi einen Aufholprozess starten, den China in den letzten zwanzig Jahren hingelegt hat.<\/p>\n<p>Sollte man also in Indien investieren und wie? Mit Sicherheit ist die B\u00f6rse noch nicht so transparent, wie man das im Westen gewohnt ist. Es gibt aber jede Menge ETFs \u2013 nicht nur von den \u00fcblichen verd\u00e4chtigen Indexanbietern, sondern etwa auch von renommierten Fondsgesellschaften.<\/p>\n<p>Ich selbst bin seit einem dreiviertel Jahr in einen Indien-ETF mit einer kleinen Position investiert \u2013 auch weil ich eine pers\u00f6nliche Affinit\u00e4t zu diesem Land habe &#8211; und habe schon meine erste b\u00f6se \u00dcberraschung hinter mir. N\u00e4mlich als im Februar diesen Jahres das Imperium von Modis Busenfreund Gautam Adani ins Wanken geriet, nachdem Ihn der US-Shortseller Hindenburg undurchsichtige Geldfl\u00fcsse und Scheinfirmen in der Karibik vorwarf, die den B\u00f6rsenkurs aufbl\u00e4hen w\u00fcrden. Das gr\u00f6\u00dfte indische Unternehmen zog sogleich die indische B\u00f6rse um bis zu zehn Prozent nach unten. Inzwischen ist es um den Skandal still geworden, die Adani-Group hat sich erholt. Ich bin mit dem ETF nur noch leicht im Minus. <\/p>\n<p>Die B\u00f6rse ist auch sehr finanzlastig \u2013 das ist allerdings auch der \u00f6sterreichische ATX. Auch die Sektoren IT, langlebiger Konsum und Energie spielen am indischen Kapitalmarkt eine gr\u00f6\u00dfere Rolle. Investieren kann man dort gut \u00fcber zwei H\u00e4nde voll an ETFs. Die gr\u00f6\u00dften und liquidesten sind iShares MSCI India UCITS ETF USD (Acc) und Lyxor MSCI India UCITS ETF Acc (EUR). Geb\u00fchrenm\u00e4\u00dfig deutlich g\u00fcnstiger, aber mit einem Fondsvolumen von 225 nicht so liquide ist der Franklin FTSE India UCITS ETF.<\/p>\n<p>Bevor ihr investiert schaut Euch in jedem Fall die Werte in den drei gro\u00dfen Indizes MSCI India, FTSE India und Nifty genau an, ob die Euch behagen.<\/p>\n<p>FAZIT: Indien ist ein spannendes Investment. Wenn ich aber \u00fcber ein beschr\u00e4nktes Anlageverm\u00f6gen verf\u00fcge, w\u00fcrde ich eher einen Emerging Market Fonds meinem globalen Portfolio beimischen, der das Verlustrisiko \u00fcber mehrere asiatische L\u00e4nder breiter streut. Aber das ist wie immer nur meine ganz pers\u00f6nliche Meinung f\u00fcr mich und meine ganz pers\u00f6nliche Risikofreudigkeit. <\/p>\n<p>#India #kapitalistisch #ETF #Banking #IT<\/p>\n<p>Foto: Unsplash<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da muss man sich schon die Augen reiben, wenn US-Pr\u00e4sident Joe Biden den indischen Pr\u00e4sidenten Narendra Modi zum Dinner einl\u00e4dt. Zum einen, weil er in seiner Amtszeit bisher nur f\u00fcr den franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten Emmanuel Macron und den s\u00fcdkoreanischen Staatschef aufkochte. 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